Als ich damals durch Córdoba spazierte, spürte ich sofort, dass diese Stadt etwas hatte, das ich bis dahin noch nie zuvor erlebt hatte.
Mein Name ist Jakob Diener, ich bin freiberuflicher Redakteur und Journalist.
Córdoba strahlte eine Eleganz aus, eine Harmonie aus Geschichte und Lebensgefühl, die ich in all meinen Jahren als Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister auf den Straßen Europas nie so empfunden hatte.
- Ich war durch unzählige Städte gefahren, hatte Brücken gesehen und Plätze, die Geschichte atmeten, aber Córdoba war anders.
Schon bei der Ankunft beeindruckte mich die majestätische Brücke über dem Guadalquivir.
- Diese antike Konstruktion mit ihren kunstvollen Bögen, von denen man mir erzählte, dass sie aus dem ersten Jahrhundert vor Christus stammen sollte, wirkte wie ein Tor zur Seele der Stadt – ein Tor, durch das ich mit jedem Schritt mehr von der Stadt in mich aufnahm.
“Die Brücke über dem Guadalquivir – ein Meisterwerk der Antike”
- Diese Brücke, die den Fluss Guadalquivir überspannt, war für mich ein Phänomen.
- Jeder Bogen schien Geschichten zu erzählen von Reisenden, Händlern, Pilgern und vielleicht sogar von meinem zukünftigen Ich, das noch lange an diesen Ort zurückdenken würde.
- Sie war kein bloßes Bauwerk, sondern ein lebendiges Zeugnis der Zeit – ein Kunstwerk, das mich bereits vor dem Betreten der Altstadt in seinen Bann zog.
“Ein Spaziergang durch die sonnendurchfluteten Gassen”
- Doch Córdoba war nicht nur Geschichte.
- Die engen, von Sonne durchfluteten Gassen luden ein, die Stadt nicht nur zu sehen, sondern zu fühlen.
So zog es mich in ein kleines, charmantes Restaurant.
- Während meiner Zeit als Lkw-Fahrer hatte ich kleine Bars in La Jonquera erlebt, wo oft mehr Schmutz als Charme herrschte und vor den Theken Holz Geschnetzeltes – kleine Holzspäne – lag.
- Diese Späne entstehen, wenn Holz dünn gehobelt oder geschnitten wird und eignen sich hervorragend, um Wasser, etwa Regenwasser, aufzusaugen.
- In Córdoba jedoch war alles aufgeräumt, sauber und voller Leben, als würde man in einer anderen Welt wandeln.
“Ein Tisch am Fenster und der erste Blick”
- Ich setzte mich an einen alten Tisch, der neben einem sonnendurchfluteten Fenster stand, und genoss die angenehme Wärme.
Da trat sie herein – eine junge Spanierin mit tiefschwarzem Haar, dunklen Augen und einer Ausstrahlung, die mich sofort berührte.
- Sie fragte mich, was ich gerne essen wolle, doch mein Spanisch war begrenzt.
In meinem charmant gebrochenen Spanisch sagte ich:
- Lamentablemente no hablo español – ich spreche kein Spanisch!
- Dieses verschmitzte Lächeln werde ich nie vergessen.
“Die Küche ruft – Flamenquín entsteht”
- Anstatt mich ratlos sitzen zu lassen, nahm sie meine Hand, führte mich zur Küche und erklärte der älteren Dame – vermutlich ihrer Mutter – in perfektem Spanisch von meinem Wunsch, Flamenquín zu essen.
- So wurde dieses typische cordobesische Gericht für mich zubereitet.
Flamenquín ist eine Spezialität aus Córdoba.
- Zarte Schweinelenden werden dünn geklopft, mit Serrano-Schinken gefüllt, fest aufgerollt, in Ei und Semmelbrösel gewälzt und goldbraun frittiert.
- Gewürzt wird traditionell mit Salz, Pfeffer und – je nach Region – einem Hauch Knoblauch oder Paprika.
- Die Bratzeit richtet sich nach der Größe der Rollen, bis sie durchgegart und knusprig sind.
- Dazu serviert man knusprige Kartoffelecken, außen goldbraun, innen weich, oft leicht gewürzt mit Paprika und Olivenöl.
“Der passende Wein – ein Rioja für Flamenquín”
- Zu diesem Gericht passt ein spanischer Rotwein, am besten aus der Tempranillo-Traube, etwa ein Rioja oder ein fruchtiger Tempranillo-Crianza.
- Der Wein sollte leicht gekühlt bei Zimmertemperatur von etwa 16–18 °C serviert werden, damit sich das volle Aroma entfalten kann und das Gericht perfekt begleitet.
“Ein Moment des Genusses”
- Als der Flamenquín vor mir stand, war er ein kleines Kunstwerk auf dem Teller.
Jeder Bissen – das zarte Fleisch, die knusprige Hülle und die perfekt gebratenen Kartoffelecken – war ein Erlebnis.
- Ich schloss die Augen und genoss jeden Geschmack, jeden Duft, jede Textur.
“Abschied und Vorfreude auf Córdoba”
- Nach dem Essen blieb ich noch eine Weile sitzen, genoss die Sonne, den Wein und die friedliche Atmosphäre.
- Natürlich beobachtete ich auch die junge Spanierin, die mich mit einem Lächeln verabschiedete.
- Doch irgendwann musste die Pause enden und ich musste weiterfahren.
Während ich wieder in Richtung Autobahn rollte, mit Córdoba noch in Gedanken, wusste ich, dass ich bald zurückkehren würde – manche Städte sind nicht nur Orte, sondern Zustände des Herzens.
¡Hasta pronto, Córdoba!
( Bis bald, Córdoba! )


